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15 Wichtige Sätze, die man in Israel braucht

Bevor ich zum ersten Mal Deutschland besucht habe, habe ich ein paar Sätze auf Deutsch gelernt. Diese Sätze habe ich nicht gelernt, um mit Deutschen sprechen zu können und überhaupt nicht mit dem Ziel, die Sprache zu beherrschen. Ich hatte ein paar deutsche Freunde (ich habe die auch immer noch ;)), die mir Sätze beigebracht haben, die sie lustig fanden – vor allem, weil ich keinen anderen Satz sagen konnte. Auf diese Weise konnte ich sowohl Sätze wie “Hier ist es schön”, “Kann ich bitte die Karte haben?” und “Kann ich bitte die Rechnung haben?” sagen, als auch Sätze wie “Baby, du siehst gut aus, ich will dich tanzen sehen” und “Wenn ich dich sehe, habe ich Schmetterlinge im Bauch” sagen. Praktisch.

Zum Glück, habe ich nützlichere Sätze in Deutschland gelernt, die ich auch gebraucht habe, wie “Wie spät ist es?” und “Wo ist…?” und Ausrufe wie “Achtung!” und “Halt Stopp! Sie da, mit dem blauen Hemd! Es gibt eine Schlange! ‘Sir, zer iz a riesen zer’s a line, sir!’”. Diese Sätze (und ein paar Ausrufe) möchte ich euch in diesem Blogpost beibrigen. Wir haben keine Zeit zu verlieren – Yallah, los geht‘s!

1. מה המצב? – Wie geht’s? – Ma Ha-Matzav?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie man “Wie geht’s” sagen kann, genau wie auf Deutsch. Wie geht’s? Wie ist die Lage? Alles fit im Schritt?

Hier sind die häufigsten:

  • מה המצב? – Ma Ha-Mazaw? (Wörtlich: Wie ist die Lage, die Situation).

  • מה קורה? – Ma Koré? (Wörtlich: Was passiert? ‘What’s happening?’).

  • מה נשמע? – Ma Nischma? (Wörtlich: Was hört sich? – Kommt aus dem Jiddischen).

  • מה העניינים? – Ma Ha-Injanim? (Wörtlich: Was sind die Sachen).

  • מה שלומך? – Ma Schlomcha{m}/Schlomech{f}.

2. כמה זה עולה? -Wie viel kostet es? – Kama se olé?

Manche Sachen sind unbezahlbar. Für die Sachen, die bezahlbar sind, haben wir den Satz “כמה זה עולה?”. Er passt immer und überall auf dem Markt, in der Altstadt oder im Kiosk.

Wenn wir ein Nomen verwenden wollen, kommt es statt dem „Se” (‘es, das’). Wie viel kostet das Wassereis? Wie viel kostet ein Kilo Erdbeeren? Was? Pffft! יקר מידי! Jakar midai! Zu teuer!

  • כמה עולה הקרטיב? – Wie viel kostet das Wassereis? – Kama Olé Ha-Kartiv{m}?

  • כמה עולה קילו תותים? – Wie viel kostet ein Kilo Erdbeeren? – Kama olé kilo{m} Tutim?

  • כמה עולה קולה? – Wie viel kostet eine Cola? – Kama ola Cola{f}?

 

3. אפשר בבקשה תפריט? – Kann ich bitte die Karte Haben? – Efschar Bewakascha Tafrit?

Das Wort אפשר verwendet man, um zu sagen und fragen, ob etwas möglich ist. Efschar bewakascha tafrit heißt wörtlich “Ist es möglich, die Karte (zu haben)?”. Bei “Efschar-Sätze” müssen wir kein Verb verwenden, aber wenn man unbedingt ein Verb verwenden möchte, kann man auch “Efschar bewakascha lekabel (bekommen) tafrit?” sagen.

Um die Aufmerksamkeit des Kellners zu bekommen, sagen wir einfach “Slicha?” – Entschuldigung?

 

4. אפשר בבקשה חשבון? – Kann ich bitte die Rechnung haben? – Efschar Bewakascha Cheschbon?

Sehr änlich zu Satz #3, aber mit Cheschbon statt Tafrit. Eine gute Eselsbrücke dafür ist, dass das Wort Cheschbon wie Kassenbon klingt. Man kann auch “אפשר בבקשה לשלם?” – “Efschar bewakascha leschalem?“ sagen. Das bedeutet “Kann ich (“kann man”) bitte bezahlen?” und das passt auch zu einer Gruppe und nicht nur zu einer Person alleine, obwohl es so klingt.

 

5. אפשר כוס מים? – Kann ich ein Glas Wasser haben? – Efschar kos Maim?

Man kann in Israel nie zu viel Wasser trinken, da Israel, wie die anderen Länder in der Gegend, ein warmes, manchmal auch heißes Land ist. Weil das so ist, ist es in Israel gesetzlich Pflicht, in Restaurants und Cafés Leitungswasser auszuschenken, wenn man um Wasser bittet. Manche Restaurants schenken sogar kaltes Wasser aus und manche tun sogar frische Pfeffermitzblätter rein – und das alles kostenlos!

Das nächste Mal, wenn ihr Durst in Israel habt, fragt mal, ob ihr eine כוס מים bekommen könnt. Wenn nicht, ruft die Polizei ;)

 

6. איך קוראים לך? – Wie heißt du? – Ech Kor’im Lecha{m}/Lach{f}?

Smalltalk ist toll, aber man muss irgenwie einsteigen. Außer “Wie geht’s?”, dass wir schon gelernt haben, müssen wir auch fragen, mit wem wir sprechen. Dafür fragen wir “איך קוראים לך?”. Wörtlich übersetzt heißt es „Wie nennt man dich?”, aber auf Hebräisch klingt es ganz normal. Man kann aber gerne “Vierauge” antworten, wenn man immer so gennant wird 😉

Die Antwort darauf ist קוראים לי… – “Kor’im Li…” und dann kommt noch der Rest: “ואיך קוראים לך?” – “Ve-Ech Kor’im Lecha?” – “Und wie heißt du?”.

Man kann auch “Ani…” Sagen, bzw “Ich bin…” und das macht keinen Unterschied, was man genau sagt, solange man die Frage beantwortet.

Hi – היי!

Wie geht‘s? – מה המצב?

Alles gut! – הכל טוב!

Und bei dir? – מה איתך?

Alles super – הכל מעולה.

Wie heißt du? – איך קוראים לך?

Ich bin Eyal, wie heißt du? – אני איל, איך קוראים לך?

Ich bin Max – אני מקס.

Freundschaftmachen-Niveau: Meister.

 

7. איפה זה…? – Wo ist…? – Eifo Sé…?

Israelis sind technologisch und sie lieben ihre Apps und ihre Smartphones. Fragt irgendeinen Israeli, wo eine bestimmte Straße ist, und ihr werdet, mit Hilfe von Google Maps und Waze (“It’s an Israeli company!”, werden sie bestimmt sagen), den besten, schnellsten Weg bekommen, wie ihr zu Fuß durch die kleinsten Gässchen gehen könnt und mit dem Auto die Straßen, die keine Blitzer und am wenigsten Stau haben, finden könnt.

Um das zu fragen, müsst ihr nur jemanden ansprechen und sagen: “סליחה, איפה זה רחוב בן יהודה?”, “Entschuldigung, wo ist die Ben Yehuda Straße?” – “Slicha, eifo sé rechov Ben Yehuda?”.

Um mit der Antwort wie ein Profi umgehen zu können, ein paar Tipps:

רחוב – Rechov – Straße

ימינה – Yamina – rechts

שמאלה – Smolla – links

ישר – Yaschar – weiter gerade aus

הגעת ליעד! Sie haben das Ziel erreicht! Hegata la-ya’ad!

 

8. סליחה, מה השעה? – Entschuldigug, wieviel Uhr ist es? – Slicha, ma Ha-Sha’ah?

Ehrlich gesagt, ist es für euch Deutsche am wichtigsten, rechtzeitig anzukommen. Oder 5 Minuten früher. Alles, außer zu spät zu kommen. Es ist so wichtig, dass es auf Deutsch “Wie spät ist es?” heißt, als ob es schon zu spät ist. In Israel is es normalerweise nicht so und der Satz “Ja! Wir treffen uns um 21:00 Uhr” heißt tatsächlich “Ja! Ich komme um 21:30 Uhr, wartest du auf mich?”.

Um auch in Israel ein echter Deutscher zu sein, ist es wichtig zu wissen, wieviel Uhr es ist, wenn man unterwegs ist. Es kann auch gut sein, dass ihr gefragt werdet, wie viel Uhr es ist. So geht‘s:

8:00 – Schmoné (acht)

8:05 – Schmoné ve-chamischa (und 5)

8:10 – Schmoné ve-Asara (und 10)

8:15 – Schmoné va-Rewa (und viertel)

8:20 – Schmoné ve-Esrim (und 20)

8:25 – Schmoné, Ersrim (20) ve-Chamesch (und 5)

8:30 – Schmoné va-Chezi (und Halb)

8:35 – Esrim ve-Chamischa le-Tesha (neun) – 25 vor 9:00 Uhr. Oder: Schmoné Schloschim (30) ve-Chamesch (und 5)

8:40 – Esrim le-Tescha– 20 vor 9:00 Uhr

8:45 – Reva le-Tescha – Viertel vor 9:00 Uhr

8:50 – Asara le-Tescha – 10 vor 9:00 Uhr

8:55 – Chamischa le-Tescha – 5 vor 9:00 Uhr

9:00 – Tescha

Noch eine wichtige Regel: Man sagt nicht dreizehn Uhr oder einundzwanzig Uhr. Nur ein Uhr oder neun Uhr. Kapiert? 🙂

 

9. איזה קו מגיע ל…? – Welche Buslinie fährt nach..? – Eisé Kaw Magi’a Le..?

Wieder haben die Israelis eine App für alles. Ihr könnt jeden Israeli fragen, welche Buslinie zum Campus fährt, auch wenn er das nicht auswendig kennt. Dafür müsst ihr nur fragen: “סליחה, איזה קו מגיע לקמפוס?”, Entschuldigug, welche Linie fährt zum Campus und auf magische Art und Weise werdet ihr nicht nur wissen, mit welchem Bus ihr fahren sollt, sondern auch wann er ankommt, an welcher Station und ungefähr wann ihr euer Ziel erreichen werdet. Das einzige Problem damit ist, dass ihr die Zahlen gut kennen müsst. Na ja, man kann nicht alles haben.

 

10. אפשר לקבל מאפרה? – Kann ich einen Aschenbecher haben? – Efschar lekabel Maafera?

Es ist meistens illegal in Israel, in einer Bar zu rauchen, aber dafür ist das Wetter schön warm, auch abends und es ist nicht so schlimm, draußen zu sitzen. Ein sehr wichtiger Satz (obwohl ich nicht rauche) ist “סליחה, אפשר לקבל מאפרה?”. Das Wort מאפרה kommt von dem Wort אפר (efer {m}, Asche) und auf diese Weise ist ein Aschenbecher auf Hebräisch, eine ‚Ascherei‘ ist ;)

 

11. איפה את/ה גר/ה? – Wo wohnst du? – Eifo At/Ata Gar/Gara?

In Israel ist es ganz normal, Menschen in euer Haus einzuladen und genauso auch eingeladen zu werden. Cool!

Aber wie fragt man, wo jemand wohnt? Ganz einfach: “איפה את/ה גר/ה?”. Die Frage ist unterschiedlich für Frauen und Männer:

Wenn man eine Frau fragt: איפה את גרה? Eifo at gara?

Wenn man einen Mann fragt: איפה אתה גר? Eifo ata gar?

Vergiss aber bitte nicht, einen Teller Hummus mitzubringen!

 

12. יש לך מטען? Hast du ein Aufladegerät? – Jesch Lecha/Lach Mat’en?

Heutzutage ist es sehr selten, dass man kein Handy hat. Fast jeder hat ein Handy, meistens ein Smartphone – und die Batterie in diesen Spielzeug-Supercomputern wird immer schneller leer.

Du bist bei einem Freund, aber dein bester Freund, das Handy, stirbt gleich?

Du bist im Restaurant oder in einer Bar, aber dein Trinkgeldrechnen-Apparat nicht mehr zwischen 10% und 12% unterscheiden kann?

Keine Sorge!

Frage einfach: “סליחה, יש לך מטען?”, “Entschuldigung, hast du ein Aufladegerät?“ – “Slicha, jesch lecha{m}/lach{f} mat’en?“.

Im Restaurant fragt man aber eher: סליחה, יש לך במקרה מטען?“, “Entschuldigung, hast du zufällig ein Aufladegerät? – “Slicha, jesch lecha/lach be-mikré mat’en?“. So einfach ist es!

Erwarte aber auch die Frage: “לגלאקסי או לאייפון?”, Für ein Galaxy oder ein iPhone?“ – “Le-Galaxy o le-iPhone?“.

Das war’s. Dein Akku bedankt sich bei dir.

 

13. משהו מהמבצעים? – Etwas von den Angeboten? – Maschehu Meha-Miwza’im?

Einige Sachen muss man vorher kennen, um sie in der Stunde der Wahrheit hören zu können – in diesem Fall, weil sie so schnell gesagt werden. In unserem Fall hier, muss man nichts sagen, sondern verstehen, warum man plözlich angesprochen wird. Also, wenn man im Supermarket ist und alle Produkte wurden schon gescannt, wird man von der Kassiererin plötzlich angesprochen: “משהו מהמבצעים?”. Das heißt einfach, ob du etwas von den Angeboten, die an der Kasse stehen, willst. Nichts mehr. Sag einfach כן (ken, ja) oder לא (lo, nein) und es ist vorbei. Yallah, schnell, der nächste Kunde wartet schon hinter dir!

 

14. אני עובד/ת ב… Ich arbeite bei… – Ani Oved/Ovedet Be…

Egal ob du in Israel arbeitest, oder ob du Freiwilligendienst in Israel machst – es ist immer gut, von dir selbst zu erzählen. So viele Hebräischlernende finden es schwer, aber es ist eigentlich ganz einfach:

Wenn man arbeitet, sagt man: “אני עובד/ת ב…“, “Ani oved{m}/ovedet{f} be…und wenn man als Freiwilliger in Israel arbeitet, sagt man: “אני מתנדב/ת ב…”, “Ich bin Freiwilliger bei…” – “Ani mitnadev{m}/mitnadevet{f} be…”.

Bist du Freiwilliger bei “Aleh”? – kein Ding! “Ani mitnadev/mitnadevet be-Aleh”.

Arbeitest du beim Goethe Institut? – das ist ein Kinderspiel! “Ani oved/ovedet be-machon (Institut) Goethe”.

 

15. את/ה בא/ה לפה הרבה? – Kommst du oft hierher? – At/Ata Ba/Ba’ah Lepo Harbé?

Wie kann ich denn diesen Blogpost nicht mit einer Anmache beenden?

Wenn ihr auf einer Party seid, in einer Bar oder in einem Club, und ihr findet jemanden nett und attraktiv, sprich sie/ihn an. Israelis sind offen, man muss sie einfach ansprechen: “את/ה בא/ה לפה הרבה?”, Kommst du oft hierher?“ – “Ata{m}/At{f} Ba{m}/Ba’ah{f} lepo harbé?”.

Das passt wahscheinlich besser als “Baby du siehst gut aus, ich will dich tanzen sehen”man muss es halt ausprobieren. So schlimm kann es nicht sein 😉

 

Wenn ich dein Interesse geweckt habe, und du Hebräisch lernen möchtest, melde dich gerne über das Kontaktformular bei mir!