7 Tipps, um besser Hebräisch zu lernen

Vor 3 Jahren habe ich angefangen, Deutsch zu lernen, und genauso wie ihr, fand ich den Gedanken manchmal schwierig, eine neue Sprache als Erwachsener (aber ein Kind im Herzen) beherrschen zu können. Es ist aber möglich, wie ihr seht – auch mit 50 oder 60. Man muss sich nur Mühe geben und genug Motivation haben, um die Sprache richtig zu lernen – Schritt für Schritt.

Als ich angefangen habe, Deutsch zu lernen, hatte ich eine Regel – ich werde nie lernen, wie man „Ich kann kein Deutsch“ oder „Mein Deutsch ist nicht so gut“ sagt.


Die Tatsache, dass ich kein Muttersprachler bin, ist kein Geheimnis und wenn ich das ständig wiederhole, ist es, als ob ich auch ständig „Redet bitte Englisch mit mir“ sagen würde – und das möchte ich natürlich nicht, weil ich die Sprache beherrschen möchte. Und das bringt uns zu Punkt Nr. 1:

 

1. Keine Ausreden suchen
Es passiert häufig, dass jemand sagt: „ich kann nicht so gut Hebräisch sprechen“, oder „mir ist es zu peinlich, Hebräisch zu sprechen, weil ich Fehler mache“. Das Problem mit dieser Aussage ist, dass es sich nicht ändern wird, bevor man nicht anfängt zu sprechen und diese Hürde überwindet.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Israel ist sowieso voll mit Touristen, sodass es uns Israelis völlig egal ist, wenn uns jemand auf Hebräisch anspricht – wir finden es cool, dass sich jemand Mühe gibt, unsere Sprache zu sprechen.
Denkt an eure Reaktion, wenn jemand zu euch sagt: „Hallo, isch bist neu hir, kunnen Sie mich bitte sagen, wo ich einen gute Bar finde können?“. Wahrscheinlich antwortet ihr höflich und das war’s. So war es bei mir, als ich zum ersten Mal in Deutschland war, noch bevor ich überhaupt Deutsch sprechen konnte. Man muss nur damit anfangen – Fehler sind was positives, auch wenn ihr in diesem Moment nicht wie Heinrich Heine klingt – das kommt noch.

 

2. Tandempartner suchen
Wenn ihr nicht wisst, was ein Tandem ist: Das ist es ein gegeseitiger Lernprozess. Zwei Menschen treffen sich, wenn sie die Muttersprache der anderen Person lernen wollen und sie helfen einander. Sie sprechen miteinander beide Sprachen, sie lesen zusammen und sie schreiben miteinander.
Dadurch kann man neue Menschen kennenlernen, interessante Gespräche führen und dazu auch die Sprache lernen. Es macht richtig Spaß!
So habe ich Deutsch gelernt. Nicht mit Lehrern oder mit Kursen, sondern mit tollen Freunden, die mir geholfen haben, meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Durch Sprechen ohne Ende, Verbesserungen und Motivation, kann man jede Sprache beherrschen. Man braucht nur Geduld. Und vielleicht auch jede Woche ein bisschen Zeit 😉
Es gibt bei Facebook viele Gruppen dafür. Ich habe die Gruppe Tandem Detusch-Hebräisch (vom Goethe-Institut) verwendet und da kann man über 8.000 Menschen finden.

 

3. WhatsApp
Wir Leben in einer Zeit, in der man mit Menschen in der ganzen Welt schreiben und telefonieren kann, ohne, dass es viel Geld kostet oder, dass es lange dauert, bis man eine Antwort bekommt. Man muss nur Kontakte zum Schreiben haben (siehe Punkt Nr. 2).
Man kann Nachrichten (mit einer hebräischen Tastatur, natürlich!) und Sprachnachrichten schicken, Bilder von Wörtern, die man nicht versteht und vor allem – einander kennenlernen, sodass der ganze Prozess besser läuft!
Was ich besonders schön an dieser Art und Weise des Lernens finde ist, dass man auch die Umgangssprache der anderen Sprache „in Echt“ sehen kann und auch ohne Punktierung (im Hebräischen) schreiben und lesen muss, was immer eine interessante Herausforderung ist.
Im Endeffekt ist es eine effiziente Art, schnelles Feedback zu bekommen, die Sprachkenntnisse on-the-go zu verbessern und die Angst vorm Sprechen zu überwinden. Hurra!

 

4. Geschichten schreiben
Meine Schüler wissen bereits, dass sie für jede Stunde eine Geschichte, einen Dialog oder Sätze auf Hebräisch vorbereiten müssen – schon in der fünften Stunde, direkt, nachdem wir die Buchstaben und Punktierung gelernt haben und angefangen haben, die Personalpronomen, die ersten Substantive und ein paar Adjektive zu lernen. Das ist so, weil ich Schreiben sehr wichtig finde und denke, jeder muss schreiben, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Es ist besser als Übersetzungen, weil man wirklich denken muss, wie man alles ausdrückt und man muss immer über neue Vokabeln nachdenken, was natürlich sehr wichtig ist.

Um euch zu zeigen, wie wichtig ich das finde, schreibe ich hier meine erste Geschichte auf Deutsch auf. Ihr werdet merken, dass ich eine neue Variante von einer bekanten Anmache verwendet habe, die ich von meinen Freunden gelernt habe. Fehler sind natürlich auch dabei, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen 😉

Eine roter krake mit ein Bierdeckel auf sein Kopf fragt sein Freund der Blauwal: „wie geht’s mein Schatz?“ und der Blauwal antwortet: „mir geht es gut, wie geht es dir? Wenn ich dich sehe habe ich kleine Fische im Bauch..“ und die roter krake sagt: „aber du immer hast kleine Fische im dein Bauch!“ „Richtig“, sagt der Blauwal. „Und warum bist du blau?“, fragt die roter krake, und der Blauwal antwortet: „ich kann nicht atmen unterwasser!“

 

5. Sich einen Podcast anhören
Ich habe sehr viel Glück, dass ich in Jerusalem wohne und die Möglichkeit hatte, Deutsche fast jeden Tag zu treffen, als ich die Sprache lernen wollte. Dadurch konnte ich ständig hören, wie die Melodie der Sprache und die richtige Aussprache klingt. Ich hatte auch die coole Gelegenheit zu hören, wie meinen deutschen Freunde Bücher vorlesen – ich konnte dem Text folgen, bekannte Wörter erkennen und unbekannte Wörter durch den Kontext verstehen.
Genau das möchte ich für euch machen – und es ist kostenlos:
https://www.easyhebrew.de/category/podcast/

Hier kann man einen Podcast hören, der „Jomjom“ (‚Alltag‘) heißt, mit der Stimme eines echten Israeli und mit der modernen Aussprache.
Hört euch den Podcast einmal an, ohne den Text zu lesen und versucht so viel wie möglich zu verstehen. Danach lest den Text ohne den Podcast und versucht, alles zu verstehen.
Zum Schluss, hört den Podcast nochmal mit dem Text an und voilà! – ihr habt was gutes für eure Sprachkenntnisse getan. Viel Spaß!

 

6. Lustige Eselbrücken erfinden
Es ist manchmal richtig schwierig, sich neue Wörter zu merken, aber fast jedes Wort hat eine passende Eselsbrücke, mit der man sich das Wort merken kann. Sie muss nicht unbedingt lustig sein, aber je dümmer die Eselsbrücke, desto besser. Unser Gehirn kann solche Sachen besser speichern und nach einer Weile kommt es auch von alleine. Ich versuche für alles Eselsbrücken zu finden, was ich mir nicht merken kann und ich mache es auch für meine Schüler.
Was hat Heidi Klum im Kopf? Nichts. Klum=nichts (כלום).
Wann ist ש ein sch und wann ein ß? Muss man im Mainzer Dialekt denken. Wenn der Punkt reschts ist, ist es ein ’sch‘ und wenn der Punkt linkß ist, ist es ein ‚ß‘.
Wie kann ich mir das Wort שמים merken? Es gibt dort Wasser. שם (Scham, dort) und מים (Majim, Wasser).
Es gibt Eselsbrücken ohne Ende. Wirklich, für fast jedes Wort. Braucht ihr Hilfe? Schickt mir eine Email und ich versuche, für euch eine Eselsbrücke zu finden.

 

7. Lieder auf Hebräish
Hebräisch ist eine schöne Sprache und genau so schön sind die israelischen Lieder. Es macht Spaß, sie zu hören, sie haben schöne Melodien und sie sind manchmal sogar einfach zu verstehen (aber nicht immer, sorry!).
Hebräischlernen macht mehr Spaß, wenn man dabei auch israelische Musik hört. Man kann hören, wie Wörter verwendet werden, wie der Satzbau aussieht und wie Verben konjugiert werden – und all das, während man sich ein schönes Lied anhört. Ich finde, jeder sollte Lieder übersetzen. Es ist immer eine gute Herausforderung und danach versteht man den Text und das Lied natürlich besser.
Wenn man Lieder übersetzt, kann man alles üben – Grammatik (zusammengesetzte Wörter, „Akkusativ“, verschiedene Zeitformen usw.), neue Wörter (und natürlich auch alte) und die Aussprache der Wörter. Klasse.
Nimmt euch Zeit und übersetzt ein Lied. Ihr könnt mit diesem Lied anfangen:

Habt ihr es geschafft? Übersetzt noch eines:

Seid ihr fertig? Sucht weiter. Es gibt genug Lieder für alle 😉

—-

Ich hoffe, der Post hat euch gefallen. Habt ihr fragen? Wollt ihr Hebräisch lernen? Kontaktiert mich!